Geschichte

1877

Paul Freyburger aus Stuttgart wird das Patent Nr. 1454 für eine Knet- und Mischmaschine mit zwei elliptischen Rührscheiben erteilt.


1878

Paul Pfleiderer übernimmt das Patent laut Vertrag für alle Zeit und in allen Ländern.


1879

Hermann Werner gründet in Stuttgart eine Maschinenfabrik.


1880

Eintrag der gemeinsamen Firma Werner & Pfleiderer im Registergericht des Amtsgerichtes Cannstatt. Zunächst werden Knetmaschinen gebaut, aber schon bald verlangen Markt und Heeresverpflegungsämter nach kompletten Anlagen zur Zwiebackherstellung. Pfleiderer kauft die notwendigen Teigwalzen, Ausstechmaschinen und Öfen zunächst in England ein. Wenig später beginnt man mit der Eigenproduktion.


1886

Gründung einer Tochtergesellschaft in Saginaw, Michigan, USA


1889

Gründung einer eigenen Fertigung in Wien


1890

Um die Jahrhundertwende besitzt die Firma Werner & Pfleiderer Niederlassungen in London, Paris, Wien, Moskau und Saginaw (Michigan, USA).


1893

In London wird die Firma Werner, Pfleiderer & Perkins Ltd. gegründet. Perkins liefert die speziellen Dampfrohre für die Ofenherstellung. Dem Namen der Fabrik in Cannstatt wird die Bezeichnung „Cannstatter Dampfbackofen-Fabrik" hinzugefügt. Gleichzeitig komplettiert Werner das Fertigungsprogramm um Gehängegärschränke und Kegelrundwirker. Zum Kundenkreis gehören neben dem Nahrungsmittelgewerbe auch Chemie-, Farben- und Sprengstoffhersteller.


1902

WP Wien übernimmt die Konkurrenzfirma Warchalovsky und wird zum Bäckereiausrüster des österreichischen Militärs.


1905

Richard Werner tritt in das Unternehmen seines Vaters als Gesellschafter ein.


1905

Werner & Pfleiderer baut nun auch Teigbearbeitungsmaschinen und Teigteiler nach dem Patent von Charles Pointon, London. John Pointon, Sohn des Erfinders, tritt bei WP als Mitarbeiter ein.


1908

Otto Werner tritt in das Unternehmen seines Vaters als Gesellschafter ein.


1910

WP baut für die Gummiindustrie Gummiwäscher, Gummikneter und Trockenöfen. Die bislang auf diesem Gebiet führende Firma Lehmann wird übernommen.


1912

WP Wien, wo inzwischen auch Flugzeuge und Flugmotoren gebaut werden, trennt sich wieder von Warchalovsky, damit „die WP-Spezialitäten nicht von Militäraufträgen verdrängt werden“, so der damalige Geschäftsführer in Wien, Otto Werner.


1910-1914

WP entwickelt die Viennara-Knetmaschine, die erstmals einen Elektromotor als Antrieb nutzt. Der erste kontinuierlich arbeitende Gehängeofen, von WP „Auto-Ofen" genannt, backt bis zu 10.000 Brötchen pro Stunde.


1914

Die Produktion wird auf Kriegszwecke, sprich Feldbäckereien, eingestellt. Richard und Otto Werner ziehen als Freiwillige ins Feld.


1918

74 Mitarbeiter sind im Krieg gefallen. Die Werke Großbritannien und USA werden enteignet. Die englische Firma Joseph Baker & Sons kauft die Tochtergesellschaft in Saginaw sowie die englische Werner, Pfleiderer & Perkins und formt daraus Baker Perkins Ltd. Zahlreiche ausländische Verkaufsniederlassungen müssen geschlossen werden. Der größte Teil des Absatzmarktes ist verloren.


1921

Mit Baker Perkins wird das so genannte „Credo-Abkommen“ unterzeichnet, ein Rahmenabkommen über Markt- und Produktentwicklung. WP baut die ersten Öfen in Stahlbau statt in gemauerter Ausführung.


1927

WP erlebt eine finanzielle Krise. Zur Konsolidierung wird umstrukturiert, das Unternehmen wird zur Kommanditgesellschaft.


1929

Otto Fahr erkämpft eine Entschädigung für das Werk Saginaw.


1931

Otto Fahr wird Vorsitzender der Direktion, gleichzeitig stiller Gesellschafter und ab 1951 Komplementär.


1934

Die Weltwirtschaftskrise beutelt auch Werner & Pfleiderer. Die Zahl der Mitarbeiter ist seit 1929 von 1.350 auf 55 gesunken und der Umsatz von 16 auf 5 Millionen Mark zurückgegangen.


1938

Der Vier-Jahres-Plan der nationalsozialistischen Regierung setzt auf die Verwendung synthetischen Kautschuks. Werner & Pfleiderer beteiligt sich am dafür nötigen Maschinenbau.


1938

Im Backofenbau wird die Zyklotherm-Heizung eingeführt, bei der in einer zentralen Wärmestation mit Gas- oder Ölfeuerung Heißluft als Wärmeträger erzeugt und über Kanäle regelbar um den Back- oder Trockenraum herumgeführt wird. Eine genaue Temperaturregelung ist dadurch möglich. Gleichzeitig sinken damit die Betriebskosten.


1938

In Feuerbach bei Stuttgart wird ein neues Werk mit neuem Bürogebäude errichtet.


1939

Maschinen für Feldbäckereien werden gebaut, Kneter für Sprengstoffe, Kunstseide und Gummi geliefert sowie Teile für Geschütze, Flugzeuge und Raketenleitwerke (für die VII) gefertigt. Der Anteil der Rüstungsfertigung liegt unter 20 %. Viele der ehemaligen Mitarbeiter sind an der Front. An ihrer Stelle werden so genannte Fremdarbeiter eingesetzt.


1944

Das Werk in Feuerbach wird durch Fliegerangriffe weitgehend zerstört. Im April 1945 besetzt die französische Armee das Unternehmen.


1945-1949

WP lebt vom Reparatur- und Ersatzbedarf der Kundschaft. Durch die Entnazifizierung wurde der größte Teil der Führungsmannschaft aus dem Unternehmen entfernt.


1949

Otto Fahr übernimmt wieder die Führung des Unternehmens, und sein späterer Nachfolger Helmut Steinmann tritt in das Unternehmen ein. Auch wenn die Synthese-Kautschuk-Produktion in Deutschland stillgelegt werden muss, boomt das Geschäft von WP mit der Chemie-, der Kunststoff- und der Gummi-Industrie. Der Plastifikator für die PVC-Herstellung wird erfunden und entwickelt sich zur Standardmaschine.


1953

Der erste Matador-Ofen wird ausgeliefert. Bis heute ist der MATADOR der erfolgreichste Etagenofen im Markt.


1957

Spartentrennung: Der Kunststoffbereich von WP wird unter der Leitung von Günther Fahr verselbstständigt.


1964

Die Fertigung des MATADOR zieht von Stuttgart-Feuerbach ins bayerische Dinkelsbühl um. Grundstück und Gebäude, früher als Sägewerk genutzt, werden in den Folgejahren umgewidmet, umgestaltet und schließlich durch neue Fertigungshallen und ein neues Bürogebäude ersetzt. Mit Zeitungsannoncen, Plakat- und Kinowerbung werden neue Mitarbeiter angeworben und im Stammhaus in Feuerbach eingelernt.


1973

Die gesamte Ofenfertigung der WP-Gruppe erfolgt in Dinkelsbühl.


1979

Der Bäckereimaschinenbau für handwerkliche Bäckereien zieht nach Dinkelsbühl.


1986

Krupp erwirbt 50,1 % von Werner & Pfleiderer.


1992

Werner & Pfleiderer setzt mit dem bis heute unerreichten, computergesteuerten Beschickungsgerät OBER (ein Name, der inzwischen für die automatische Beschickung von Etagenöfen zum festen Begriff geworden ist), dem ersten automatischen Blechladegerät Robomatic für Brötchenanlagen und der ersten mehlstaubfreien Brotanlage neue Maßstäbe in der Branche.


1996

Jürgen Horstmann übernimmt die handwerkliche Backtechnik der Werner & Pfleiderer GmbH und formt daraus die Werner & Pfleiderer Lebensmitteltechnik GmbH. Die Immobilie in Dinkelsbühl bleibt im Besitz der Werner & Pfleiderer GmbH.

1998

iba 1998, Düsseldorf: Präsentation 1. Megador

2013

60 Jahre Matador

2013

135 Jahre WP

2014

50 Jahre WP Dinkelsbühl