Interview* Welche Energieeinsparpotenziale bieten Beladesysteme im Backprozess?
Moderne Beladesysteme leisten weit mehr als die automatische Beschickung von Etagenöfen: Sie steigern die Energieeffizienz, optimieren die Auslastung der Backfläche und sorgen für reibungslose Prozesse. Im Interview erklärt Ulrich Sontheimer, welche Kriterien bei der Auswahl des passenden Automatisierungsgrads entscheidend sind, wie intelligente Steuerungen Energieeinsparungen ermöglichen und warum der gesamte Backprozess im Fokus stehen sollte.
Welche Energieeinsparpotenziale bieten Beladesysteme im Backprozess, etwa durch verkürzte Öffnungszeiten der Ofentür oder optimale Ofenauslastung?
Ulrich Sontheimer: Grundsätzlich gilt: Je höher der Automatisierungsgrad der Beschickungsanlage, desto niedriger sind Stand-by-Zeiten und desto besser wird die zur Verfügung stehende Backfläche genutzt. Die intelligente Steuerung der vollautomatischen WP Beschickungssysteme OBER und STEWARD ist schon einen Schritt weiter. Die Steuerung wählt selbstständig den Herd für die nächste Beschickung aus, dessen energetische Parameter den Anforderungen des definierten Backprogramms am nächsten kommen. Damit werden die Energie und der Ofen optimal ausgenutzt. Mit der webbasierte Applikation WP BakeryControl werden Abweichungen vom definierten Prozess dargestellt und Potenzial zur Prozessoptimierung und zur Energieeinsparung identifiziert.
Der Markt bietet manuelle, halbautomatische und vollautomatische Beladesysteme. Welche Kriterien sollten Bäckereien bei der Wahl des passenden Automatisierungsgrads berücksichtigen?
Ulrich Sontheimer: Think process! Das gilt vor allem für die Beladersysteme. Entscheidend ist der gesamte Prozess, also der Automatisierungsgrad vor und nach der Beschickung. Bei der Auswahl des Beladersystems und des Automatisierungsgrades sind zudem zu berücksichtigen, welche Produkte mit welchen Backzeiten beschickt werden, wie sich mit den Beladerssystemen die Backfläche besser auslasten lässt und welcher Bauraum zur Verfügung steht.
Beschreiben Sie anhand einer Ihrer Lösungen beispielhaft, wieviel Platz dieser Belader benötigt.
Ulrich Sontheimer: Der Platzbedarf ist abhängig von der eingesetzten Backfläche des Ofens sowie der vor- und nachgelagerten Automatisierung. Ein Beispiel: Das WP Beladersystem STEWARD mit der geringsten Automatisierung benötigt ein klein wenig mehr Platz als die Backfläche eines Herdes, da hier direkt auf den Ladertisch aufgegeben wird. Dieser dient zeitgleich zum Be und Entladen. Bei zunehmender Automatisierung wird eine Vielzahl an Komponenten eingesetzt, die selbstverständlich mehr Bauraum benötigen.
Sind Ihre Belader an bestimmte Ofenbauer oder-modelle gebunden?
Ulrich Sontheimer: Wir denken im Prozess und in größtmöglicher Effizienz, deshalb bieten wir nur auf die WP Etagenöfen MATADOR und PELLADOR abgestimmte Beschickungssysteme.
Welche Konzepte stellen sicher, dass sich Ihre Beladesysteme leicht reinigen lassen?
Ulrich Sontheimer: Das WP Hygienekonzept umfasst die Auswahl der Materialien, das Konstruktionsdesign und zudem die Zugänglichkeit der Komponenten zur Reinigung, Austausch und Wartung.


